Lebensmittelwirtschaft begrüßt Absage an die Ampel
Die Lebensmittelwirtschaft begrüßt die Absage des deutschen Bundestages an alle Forderungen nach der Ampelkennzeichnung für Lebensmittel und unterstützt weiter die Empfehlung von Bundesminister Seehofer für eine sachliche und faktische Nährwertkennzeichnung. "Bereits heute tragen mehr als zwei Drittel aller Lebensmittel Nährwertkennzeichnung und die Tendenz ist weiter steigend" sagt Prof. Dr. Matthias Horst, Hauptgeschäftsführer des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL).
Eine mehr oder minder willkürliche Einteilung der Lebensmittel oder von einzelnen Nährstoffen in "gut" und "schlecht" ist für die Wirtschaft nicht akzeptabel. Sie bringt auch dem Verbraucher allenfalls Verwirrung, weil es gerade nicht auf die Bewertung einzelner Lebensmittel ankommt, sondern auf eine ausgewogene Ernährung, in der alle Lebensmittel ihren Platz haben. Gleichwohl wird dem Verbraucher suggeriert, er könne sich – ohne weiteres Nachdenken – gesund ernähren, wenn er nur möglichst viele Produkte mit grünen Punkten wählt.
Die Verzehrsampel ist deshalb nicht die einfache und verbraucherfreundliche, weil leicht verständliche Kennzeichnung, als die sie immer hingestellt wird. Sie ist auch nicht geeignet, das Übergewichtsproblem zu lösen. Im Gegenteil: Sie ist wissenschaftlich nicht zu rechtfertigen, intransparent und für die Verbraucher nicht nachvollziehbar. Und selbstverständlich lässt sich mit einer Ampelkennzeichnung Verbraucherverhalten ebenso wenig ändern, wie das Übergewichtsproblem lösen. Die Ampel ist deshalb eine Mogelpackung.
BLL
Veröffentlichung: 07.03.2008




