Bonn, 30.09.2009 (BVDF)

DGE: Wissenschaftliche Basis für Ampelkennzeichnung fehlt

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hält die Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln angesichts der fehlenden wissenschaftlichen Fundierung nicht für zielführend. Die aktuell wieder intensiv diskutierte Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln soll über die Farbsymbole Rot – Gelb – Grün eine schnelle Orientierung über den Nährwertgehalt eines Lebensmittels bieten. Auf einen Blick soll für den Verbraucher damit erkennbar sein, wie viel Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz ein Lebensmittel enthält.
Hinsichtlich der Frage, bei welchen Werten im Rahmen einer Farbkennzeichnung mittels Ampel der Farbumschlag von Gelb nach Rot erfolgen soll, vertritt die DGE nach Prüfung der zugänglichen wissenschaftlichen Daten die Position, dass exakte Zahlenwerte bzw. Bezugsgrößen für die trennscharfe Bewertung von Lebensmitteln nicht wissenschaftlich korrekt abzuleiten sind. Die wissenschaftliche Evidenz der für eine Ampelkennzeichnung notwendigen „Bezugsgrößen“ ist nicht vorhanden. Zu große Spannen im Nährwertgehalt, die für die Farbgebung zugrunde gelegt werden müssten, machen eine Vergleichbarkeit von Lebensmitteln fast unmöglich.
Die ernährungsphysiologische Qualität von Lebensmitteln ist eine komplexe Größe, die sich aus einer großen Zahl von Teilqualitäten zusammensetzt, die im Ampelmodell nur unzureichend berücksichtigt wird. Zudem zeigen Ergebnisse einer Studie der britischen Food Standards Agency (FSA), dass die Ampelkennzeichnung nicht nur ältere Verbraucher kaum erreicht.

Unabängig von der Nährwertkennzeichnung sind nach Ansicht der DGE Maßnahmen der Prävention und Verbraucheraufklärung notwendig.

Die ausführliche Stellungnahme der DGE e.V. finden Sie unter www.dge.de