Bonn, 21.01.2009 (BVDF)

Ernährungsindustrie sorgt für Stabilität

Die Ernährungsindustrie erzielte im Jahr 2008 nach Schätzungen der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e.V. (BVE) einen Branchenumsatz von 155 Mrd. Euro. Das entspricht einem nominalen Wachstum von 5,6% gegenüber dem Vorjahr. Ein Großteil des Wachstums geht allerdings auf Preissteigerungen zurück. Für das Jahr 2009 rechnet die BVE laut einer Branchenumfrage mit gleich bleibenden oder allenfalls leicht ansteigenden Umsätzen für das Jahr 2009. Wachstumstreiber ist für viele Unternehmen das Auslandsgeschäft – immerhin rechnen über 50% der befragten Unternehmen und Verbände noch mit höheren Exporterlösen. Schwieriger gestaltet sich die Situation im Inland. 85% der Befragten rechnen mit einer Zunahme des Discountanteils, der derzeit bei 43% liegt. Diese Entwicklung wird durch die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise und die damit verbundene Preissensibilität der Verbraucher noch beschleunigt. Sorge bereitet den Unternehmen die weiter zunehmende Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel, die im Jahr 2009 einen Rekordwert erreicht. Die fünf größten Lebensmittelhändler vereinen jetzt rund 75% der Umsätze auf sich. Die Ernährungsindustrie ist deshalb gut beraten, ihr Auslandsgeschäft weiter auszubauen, das 2008 bereits zu mehr als einem Viertel des Umsatzes beitrug, um die Kundenbasis zu erweitern. Eine wichtige gesamtwirtschaftliche Funktion wird auf die Ernährungsindustrie im Jahr 2009 zukommen. Während andere Branchen massive Auftragsrückgänge verzeichnen und mit täglich neuen Hiobsbotschaften aufwarten, wird die Ernährungsindustrie ihre Rolle als Konjunktur stabilisierender Wirtschaftszweig unter Beweis stellen. Derzeit sind ca. 530.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den 5.800 Betrieben der Ernährungsindustrie beschäftigt.