Fleischwirtschaft zeigte sich in der Krise robust


Fleischmarkt: Nachfrage privater Haushalte 2009
Vor dem Hintergrund der globalen Wirtschaftskrise hat sich die deutsche Wirtschaft im internationalen Vergleich recht gut geschlagen. Durch Maßnahmen wie die Einführung der Kurzarbeit fiel der Anstieg der Arbeitslosenzahlen in Deutschland deutlich moderater aus als zunächst befürchtet worden ist, und die Binnennachfrage blieb weitgehend stabil. Im Vergleich zu anderen Bereichen der Wirtschaft ist die Ernährungsindustrie deutlich weniger konjunkturabhängig, zumal sich im zurückliegenden Jahr die Situation an den weltweiten Rohstoffmärkten wieder beruhigen konnte.


Im Jahr 2009 wurden in Deutschland gut 7,7 Mio. t Fleisch aus gewerblichen Schlachtungen erzeugt; das waren 2,5% mehr als im Vorjahr. Damit ist erneut ein Rekordwert bei der Fleischerzeugung erreicht worden. Dies geht aus den vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervor.


An der Fleischerzeugung insgesamt hat Schweinefleisch mit fast 68% den höchsten Anteil. Danach folgt Geflügelfleisch mit rund 17% und Rindfleisch mit gut 15%. Der Anteil von Schaf-, Ziegen- und Pferdefleisch beträgt zusammen nur 0,3%. Die seit Jahren steigenden Schlachtzahlen von Schweinen erreichten 2009 einen neuen Höchststand: Mit einem Schlachtaufkommen von 56,2 Mio. Schweinen wurden in Deutschland 1,5 Mio. mehr Tiere geschlachtet als im Vorjahr (+ 2,7%).


Vorläufige Produktionsentwicklung in der Fleischverarbeitung 2009
(Stand: Mai 2010)

Vorläufige Produktionsentwicklung 2009 - Download




Die erzeugte Menge Schweinefleisch erreichte ein Rekordniveau von fast 5,3 Mio. t. Damit übersteigt das aktuelle Ergebnis die schon hohe Vorjahresmenge um 3,1% oder 158.000 t. Die durchschnittlichen Schlachtgewichte sind somit deutlich angestiegen. Der langfristige Rückgang der Erzeugung von Rindfleisch setzte sich auch 2009 fort: die Produktion verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 0,5% (- 5.500 t) auf knapp 1,2 Mio. t.


Auch die Fleischwarenindustrie kann mit den zurückliegenden Monaten insgesamt zufrieden sein. Die vorläufigen Zahlen der Produktionsentwicklung zeigen für das zurückliegende Jahr einen marginalen Rückgang von 0,5 % auf rund 1.458.000 t Wurstwaren ohne Schinken nach 1.465.000 im Vorjahr.

Als größte Produktgruppe blieben Brühwursterzeugnisse mit 854.000 t im Vergleich zum Vorjahr unverändert, Rohwürste verzeichneten ein Minus von 1,4 Prozent auf 429.096 t (Vorjahr 435.357 t) und auch die Herstellung von Kochwürsten sank um 0,8 Prozent auf 174.177 t (Vorjahr 175.564 t).


Der Verbraucher zeigte sich im schwierigen wirtschaftlichen Umfeld verunsichert und sehr preissensibel. Bei leicht rückläufiger Einkaufsmenge im Bereich Fleisch und Fleischerzeugnisse legte deshalb der Marktanteil der Discounter wieder etwas zu. Dies ist auch das Ergebnis eines enormen Wettbewerbs zwischen den einzelnen Unternehmen des Einzelhandels, der dem deutschen Verbraucher im europäischen Vergleich besonders niedrige Preise beschert hat. Angesicht der demografischen Entwicklung in Deutschland wird die Bedeutung neuer Märkte für viele Unternehmen wachsen.


Auch der Außenhandel blieb trotz der Wirtschaftskrise weitgehend stabil oder konnte in Teilen sogar wachsen.


Der seit Jahren anhaltende Anstieg der Ausfuhr von frischem und gefrorenem Schweinefleisch konnte auch 2009 fortgesetzt werden. Die Exportmenge stieg um 8% auf 1,440 Mio. t. Mit 1,276 Mio t dominieren die Lieferungen in EU-Mitgliedstaaten, die um gut 9% wuchsen. Der Drittlandsexport lag mit gut 164.000 t leicht über der Vorjahresmenge. Bei den Lieferungen in den wichtigsten Drittlandsmarkt Russland konnte mit 81.000 t ein Zuwachs von fast 17% erzielt werden. Die Einfuhr von Schweinefleisch ist hingegen um 2,4% auf rd. 968.000 t gesunken. Beim Schweinefleisch gibt es nur unbedeutende Liefermengen aus Drittländern (knapp 8.000 t). Wichtigstes Lieferland ist Dänemark mit 335.000 t.


Beim Rindfleisch (frisch und gefroren) fiel der Export um 3,7% auf 398.000 t. In die EU-Länder gingen davon 380.000 t, und die Menge blieb damit nahezu unverändert. Die ohnehin bereits recht geringe Ausfuhr in Drittländer ist hingegen dramatisch um rund 46% auf nur noch 18.000 t gesunken. Die Einfuhr von frischem und gefrorenem Rindfleisch betrug 2009 rund 258.000 t und war damit nur unwesentlich geringer (-0,5%) als 2008. Hier gingen die Lieferungen aus Mitgliedstaaten um etwa 4% zurück. Die Importe aus Drittstaaten, die insbesondere für das Segment der Edelteilstücke bedeutsam sind, stiegen hingegen um 15,5% auf gut 53.000 t.


Einen erfolgreichen Start zeigte die 2009 neu gegründete Exportförderungsorganisation „German Meat“. Mit German Meat haben die Unternehmen der deutschen Fleischwirtschaft unmittelbar nach dem Aus der CMA die Initiative ergriffen und für die gemeinschaftliche Exportförderung ein neues und effizientes Instrument geschaffen. Eine Vielzahl für den Fleischexport wichtiger Projekte konnte bereits umgesetzt werden.




22.04.2010

Für Rückfragen:
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Thomas Vogelsang
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Bonn, 07.05.2010 (BVDF)

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