Bonn, 22.11.2019 (BVDF)

Schweinepest in China stürzt deutsche Fleischverarbeiter in die Preis-Krise - Sarah Dhem vom BVDF fordert: Wir brauchen einen "New Deal" mit Landwirtschaft, dem Handel und Verbrauchern

Die wirtschaftlichen Probleme der Branche sind derzeit groß. Schon die vergangenen Jahre waren angespannt und geprägt durch niedrige Verkaufspreise und einem gleichzeitig hohen Investitionsaufwand. Die aktuelle Situation ist allerdings deutlich zugespitzt und existenzgefährdend für viele Betriebe.

Afrikanische Schweinepest in China und gleichzeitig eine Reduzierung der Erzeugung im eigenen Land sind nur einige Herausforderungen, die die Branche derzeit zu bewältigen hat. Chinesische Händler kaufen weltweit große Mengen Schweinefleisch wodurch ein erheblicher Nachfragesog auf dem Weltmarkt für Schweinefleisch entsteht, der auch entsprechende Auswirkungen in Deutschland hat. Deshalb steigen seit Monaten die Preise für Schweinefleisch exorbitant. Schwein kostete zuletzt im April/Mai 2001 so viel wie heute.

Sarah Dhem: „Wir freuen uns für unsere Partner in der Erzeugung, dass sie aktuell zu wirtschaftlichen Preisen arbeiten können. Allerdings können die meisten Kollegen zunehmend nicht mehr wirtschaftlich arbeiten, weil der hohe Preis nicht in der ganzen Wertschöpfungskette akzeptiert wird. Der Einzelhandel hat eine Erhöhung der Verbraucherpreise bisher nicht vorgenommen. Das halten wir immer schlechter aus.“

Diese Entwicklung gefährdet die positiven Ansätze der vergangenen Jahre, vor allem auch die Investitionen in mehr Tierwohl und Nachhaltigkeit. Unternehmer aus unserer Branche haben hier viel Herzblut und Kreativität eingesetzt und neue Wege beschritten, um gesellschaftliche Ziele zu unterstützen.

Dhem: „Wir brauchen einen New Deal. Wenn wir mehr Tierwohl und eine höhere Wertschätzung von Fleisch in unserer Ernährung der Zukunft haben wollen, muss eine höhere gesellschaftliche Akzeptanz von Preisen wie auch eine Offenheit des Handels gegenüber dieser Entwicklung gegeben sein.“